Suche
Suche Menü

Frank Schätzing zum Product Placement

Der Erfolgsautor Frank Schätzing äußerte sich gegenüber der W&V zum Thema Product Placement:

Frage der W&V: Der mächtige Geländewagen Mercedes G-Klasse AMG taucht in Ihrem Buch häufiger auf. Ist das noch schriftstellerische Detailfreude oder schon Product-Placement – vielleicht im Hinblick auf eine Verfilmung?

Frank Schätzing: Darüber habe ich noch gar nicht nachgedacht. Aber guter Hinweis, danke (lacht). Wir finden Product-Placement hier ein bisschen anrüchig. Da mühen sich die Öffentlich-Rechtlichen dann krampfhaft, alles auszublenden, was nach Marke aussieht. Wenn der Kommissar im Tatort was googelt, steht da nicht Google auf dem Bildschirm, sondern Webfuchs oder irgend so ein Schwachsinn, das ist lächerlich.

Marken sind Teil unserer Lebenswelt. Gerade habe ich Die Ermordung des Commendatore von Haruki Murakami gelesen. Da fährt einer einen Jaguar, der Held fährt einen Honda Civic, ein anderer einen Su­baru Forrester. Allein der Forrester wird gefühlt 200 Mal erwähnt. Und Murakami ist nun wirklich der Letzte, den ich im Verdacht hätte, sich von einem Autohersteller bezahlen zu lassen. Lebenswirklichkeit muss man zeigen dürfen. Wo Marken allerdings mit dem Brecheisen reingestemmt werden, sodass alle „Sponsoring“ auf der Stirn stehen haben, ist meine Grenze überschritten.

 

Dem ist nichts hinzuzufügen.

Frank Schätzing zum Product Placement
Bewerten Sie diesen Beitrag